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Aus dem Schatten

Es ist Zeit aufzubrechen. Zeit dem Leben die Tür aufzuschließen. Sie war versperrt. Viel zu lange. Ich, verpuppt in einen Kokon. Endlich bereit. Die Hülle abstreifen. Die Komfortzone verlassen. Will die Flügel ausbreiten. Mich vom Boden abstoßen und fliegen. Mitten hinein in die kunterbunte Welt. Will das Leben nicht mehr nur als sanften Windhauch spüren. Es soll wieder prickeln auf der Haut. Verstecken gespielt mit dem Leben. Gewartet, dass mich Abenteuer und Freiheit suchen kommen. So läuft das nicht. Nichts hat nach mir gesucht. Trotzdem habe ich etwas gefunden. Die Tatsache, dass es diese Chance auf das Leben nur einmal gibt. Warten bringt nicht weiter. Es verzögert. Es fühlt sich an als habe ich an einer Bushaltestelle gestanden. Mit dem Wissen, dass hier kein Bus vorbeikommt. Doch ich war zu feig. Machte mich nicht selbst auf den Weg.  Bin stehengeblieben. Fad war mein Leben. Nur von den  Wellen des Alltags getragen. Dahingelebt, beschwert, weitergemacht. Gewusst man könnte etwas ändern. Verdrängt, dass das nicht alles ist.


Aufbruch. Jetzt. Will es wagen. Will mich trauen. Kein Deckmantel. Keine Ausrede. Keine Flucht vor dem Leben. Ich gehe da raus. In die Wirklichkeit. Das Neue. Strebe nach Glück. Aus dem Schatten heraustreten. Die Anonymität verlassen. Offenbaren was ich bin. In voller Blüte sein, die wärmenden Sonnenstrahlen genießen. Manchmal im Regen stehen. Aber immer wachsen. Im Frühling den Zauber, der jedem Anfang innewohnt, genießen. Den Wandel spüren. Farbe in mein Leben lassen. Reif werden für den Sommer. Bunt und zufrieden auf den Horizont schauen. Nachts den Blick gen Firmament richten. Die Sterne. Die Unendlichkeit. Merken wie die Tage kürzer werden. Der Herbst Vergänglichkeit lehrt. Dankbar sein für das was war. Ruhiger werden. Reflektieren. Zurückziehen wenn die ersten Schneeflocken fallen. Immer lebendig bleiben. Den frostigen Wind spüren.  Selig in den Himmel blicken. Mitternacht. Anfang und Ende. Das Feuerwerk. Ein Zeichen. Hoffnung. Kurz zurückblicken. Lange vorausschauen. Mit einem wonnetrunkenen Lächeln.

Aus dem Schatten
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