top of page

Auf den Spuren des Kaisers- ein Ausflug in den ältesten Zoo der Welt

  • Autorenbild: Stefanie
    Stefanie
  • 1. Sept. 2024
  • 4 Min. Lesezeit

Schotter knirscht unter meinen Füßen. Die Sonne scheint vom Himmel und ein leichter Wind lässt die Blätter des Parks sanft rascheln. Links befindet sich ein großes Glashaus - das Palmenhaus. Eine bekannte Wiener Attraktion. Jedoch nicht das Ziel meines heutigen Ausfluges. Hinter der nächsten Kurve erreiche ich jenen Ort, an dem ich diesen Spätsommertag verbringen werde. Im ältesten Zoo der Welt in Schönbrunn. Am späten Vormittag herrscht bereits reger Andrang. Nach dem Einlass erwartet mich eine breite Allee, die zum Kaiserpavillon führt. Von diesem Rondell zweigen viele Wege​ ab, die zu den unterschiedlichsten Tieren und verborgenen Ecken des Tiergartens führen. Bis dorthin entdecke ich bereits die liebenswerten Koalas und beobachte den Großen Panda beim Fressen. Ich entschließe mich, den gelben Tierpfoten auf dem Weg zu folgen. Sie helfen bei der Orientierung. Folgt man ihnen, erlebt man einen fantastischen Rundgang, bei dem man mit Sicherheit keine Highlights verpasst. Ich halte kurz inne, um die Infos bezüglich der Tierfütterungen im Gedächtnis zu speichern. Im Besondern interessiert mich die Fütterung der Mähnenrobben am Nachmittag. Sie gilt als eine der bekanntesten und unterhaltsamsten Fütterungen in Schönbrunn. In einer halben Stunde um 11 Uhr findet die Fütterung bei den lustigen  Humboldtpinguinen statt. Das ist also mein nächstes Ziel....


Auf der Außenterrasse des Polariums mache ich eine kurze Rast. Von meiner Bank aus habe ich einen Ausblick über einen großen Teil des Zoos. Am Horizont sind die Dächer der Großstadt erkennbar. Eine Millionenstadt, die hier auf dem großen grünen Areal so weit entfernt wirkt. Kurz vor 15 Uhr kaufe ich mir ein Eis bei einem der unzähligen Kioske. Mit dem Eis in der Hand suche ich mir einen Platz rund um das Gehege der Mähnenrobben. Momentan liegen sie noch träge auf einem Stein in der Sonne. In den nächsten Minuten versammeln sich immer mehr Menschen um das Gehege, bis schließlich um halb vier die Stimme eines Tierpflegers aus dem Mikrofon ertönt. Er erzählt interessante Fakten, bevor ein zweiter Pfleger im Gehege erscheint und durch den großen Kübel Fische die Aufmerksamkeit der Robben auf sich zieht. Nach einer kleinen Vorwarnung, dass Personen in den ersten Reihen eventuell nass werden können, geht es auch schon los. Die Robben stürzen sich tollkühn von einem Felsen ins Wasser, lassen sich von den Pflegern abwiegen, die Zähne kontrollieren und sehen bei allem unglaublich geschickt und liebenswert aus. Nach rund 20 Minuten ist Spektakel vorbei und die Zuschauer strömen in die unterschiedlichsten Richtungen davon. Ich entscheide mich dazu, den steilen, schattigen Weg zwischen dem Pinguin und dem Elefantenaußengehege einzuschlagen. An den Wölfen vorbei endet mein Weg beim Tirolerhaus, wo ich schon aus einigen Metern Entfernung Schafe blöken höre. An meinem Lieblingsplatz lasse ich diesen Tag im Tiergarten Schönbrunn ausklingen. 


Pinguin
Ein neugieriger Humboldtpinguin genießt den Sommertag

Mein Lieblingsplatz: das Tirolerhaus

Wie ihr soeben in der Geschichte mitbekommen habt, bin ich großer Fan des Zoos. Es gibt unendlich viel zu bestaunen und trotz meiner regelmäßigen Besuche (ab 3x pro Jahr lohnt sich eine Jahreskarte) entdecke ich immer wieder neue Winkel. Vor Kurzem erst bin ich auf das Tirolerhaus gestoßen. Wie bereits beschrieben liegt es ein bisschen abseits im Wald. Der geschotterte Weg startet bei den Pinguinen, führt über das Tirolerhaus bis hinauf auf die Gloriette. Beim Tirolerhaus handelt es sich im Speziellen um einen zweigeschossigen Unterinntaler Einhof. Dieser ist aufgeteilt in einen Wohn- und einen Stallbereich. Der Hof wurde abgetragen, die einzelnen Teile sorgfältig nummeriert und schließlich im Tiergarten wieder aufgebaut. Es handelt sich somit um einen echten, originalen Hof. Das gesamte Gebäude kann besichtigt werden und in den Stallungen werden vom Aussterben bedrohte Haustierrassen gepflegt. Angrenzend an den Hof befindet sich das Gasthaus Tirolergarten. Ein hervorragender Ort für diverse Events. Neben dem idyllischen Gastgarten überzeugen die Innenräume mit Gemütlichkeit und ländlichem Charme. Beim Tirolerhaus kann man sich auf die gemütlichen Bänke neben dem Eingang setzen und bei einem Kaffee und einem hausgemachten Kuchen den Tag genießen. Für mich als "Landkind" ist das gesamte Areal ein kleines Stück Heimatgefühl inmitten der hektischen Stadt Wien. Ich empfehle euch bei einem Zoo Besuch das Tirolerhaus auf keinen Fall auszulassen.


ein altes Bauernhaus
Ein Teil des Areals rund um das Tirolerhaus im Tiergarten Schönbrunn

Die Geschichte des ältesten Zoos der Welt

Der Tiergarten Schönbrunn ist weit über die Grenzen Österreichs hinaus bekannt. Das liegt zum Großteil daran, dass er der älteste Zoo der Welt ist. Seine Entstehung ist Franz Stephan von Lothringen (Ehemann von Kaiserin Maria Theresia) zu verdanken. Ursprünglich gab es 12 gleich große Gehege, ein Verwaltungsgebäude, zwei Höfe und einen Teich. In den Sommermonaten des Jahres 1752 wurde die Anlage fertiggestellt und erstmals Besuchern vorgestellt. Die gesamte Bauzeit belief sich dabei nur auf ein Jahr. 1770 zog der erste Elefant ein und ab 1781 waren mit Wölfen und Bären die ersten Raubtiere Teil der "Menagerie Schönbrunn", wie sie damals genannt wurde. Der Vizekönig von Ägypten schenkte dem Tiergarten die erste Giraffe und allgemein nahm die Bedeutung des Tiergartens auf politischer und gesellschaftlicher Ebene zu. Eine radikale Veränderung des Erscheinungsbildes Ende des 19. Jahrhunderts ist auf Alois Kraus zurückzuführen. In seiner Amtszeit wurden die historischen Gebäude besucher- und vor allem tierfreundlicher. Auf diese positive Veränderung folgten leider die beiden Weltkriege, die dem Zoo sehr zusetzen. Durch Engpässe in der Versorgung sowie problematische hygienische Zustände sank der Tierbestand um drastische 85 Prozent. Ab 1945 begannen die umfassenden Wiederaufbau - und Sanierungsmaßnahmen. Im Laufe der Zeit wurde der Zoo immer wieder um einige Gehege oder Häuser erweitert. Die beeindruckende Architektur und das Flair, das man im Zoo spürt, hat sich jedoch nicht verändert. Der Tiergarten Schönbrunn bleibt ein historischer Meilenstein in der Geschichte Wiens und begeistert mit Baukunst sowie Flora und Fauna. Nicht zu vergessen ist dabei der Beitrag, der zum Artenschutz geleistet wird sowie einige beachtliche Zuchterfolge. 1960 wurde das Eisbärenbaby "Kara" von Hand aufgezogen. Im folgenden Jahr gelang die weltweit erste Nachzucht europäischer Seeadler. Erfolge, auf die der Zoo bis heute sehr stolz ist. 


Direkt an den Zoo angeschlossen befindet sich das Schloss Schönbrunn. Beide Attraktionen lassen sich an einem Tag ideal kombinieren. Jedoch sollte wirklich ein ganzer Tag eingeplant werden, um die nötige Ruhe zu haben, das riesige Areal und seine beeindruckende Schönheit auf sich wirken zu lassen.





Natürlich werden wir auch über das Schloss Schönbrunn in Zukunft einen Beitrag für euch machen. Nächste Woche geht es mit unserem Blog allerdings das erste Mal ins Burgenland...


Wir freuen uns schon darauf und wünschen euch alles Liebe und einen schönen Sonntag 😊​😊​😊​

Kommentare


bottom of page